Einfluss 4

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Einfluss 4

Transkription * Musik * Tom und seine Frau Emma wurden letzte Woche von ihren Nachbarn auf eine Party eingeladen. Eigentlich mögen Tom und Emma die Nachbarn nicht so sehr, aber gingen natürlich dennoch hin. Alt steht Toms Geburtstag an und Tom will eine riesige Party feiern. Nun fühlt er sich verpflichtet, auch die Nachbarn einzuladen, obwohl diese gar nicht zu Toms Freundeskreis passen. Das geht den meisten Menschen so. Wenn uns jemand einen Gefallen tut und zu etwas einlädt oder an unseren Geburtstag denkt, dann wollen wir es ihm gleich tun und ebenfalls nett sein und etwas zurückgeben oder die Person einladen oder ihr ebenfalls gratulieren. Und weil das so ist, sollte man als Erster geben. Das verpflichtet den anderen. Aber Achtung! Man gibt nicht irgendwas irgendwie. Es sollte vielmehr bedeutsam, unerwartet und persönlich sein. Was das bedeutet, erklärt uns Tom anhand eines Experiments, von dem er vor kurzem gehört hat. Der Kellner eines Restaurants hat jedem Kunden als kleine Aufmerksamkeit ein Bonbon gegeben, als er die Rechnung brachte. Allein dadurch erhöhte sich das Trinkgeld durchschnittlich um 3,3 Prozent im Vergleich zu der Zeit, als er den Kunden nur die Rechnung übergab. Dann machte es der Kellner bedeutender, indem er zwei Bonbons pro Kunde verteilte. Denn Kunden wissen, normalerweise gibt's nur eines. Mit Erfolg. Das Trinkgeld stieg im Durchschnitt um 14,1%. Im letzten Durchlauf dieses Experiments sollte es unerwartet und persönlich für die Kunden werden. Also gab der Kellner jedem Kunden zunächst nur ein Bonbon, dann ging er, drehte sich wieder herum und vergab ein zweites Bonbon. Dabei sagte er den Satz, »Für so nette Leute wie Sie habe ich ein Extra-Bonbon.« Das zeigte Wirkung. Der Kellner erhielt dadurch durchschnittlich 23 Prozent mehr Trinkgeld. Unser Serviceexperte erkennt anhand des Beispiels, dass solche kleinen Gesten von Kunden wohlwollend erkannt werden. So lobt Tom beispielsweise einige Kunden kurz bevor er die Rechnung präsentiert, wie perfekt sauber ihr Auto ist. Das macht er natürlich nur bei solchen Kunden, von denen er weiß, wie viel Wert sie auf ein gepflegtes Auto legen. Kunden mit Kindern schenkt er einen Aufkleber zur Fußball-WM, falls sie ein paar Minuten länger auf die Rückgabe ihres reparierten Autos warten müssen. Probieren auch Sie das aus, indem Sie sich kleine Aufmerksamkeiten für Ihre Kunden überlegen. Finden Sie nette Gesten, Geschenke oder Gefallen, die nicht viel kosten, aber bedeutsam, unerwartet und persönlich sind. Klappt es, sollten Sie es öfters ausprobieren. Wenn nicht, denken Sie sich etwas Neues aus. Experimentieren Sie selbst ein wenig. Sie können nur gewinnen.

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